09-09-04 - Die Ankunft
Tag: 
Nach einem äußerst angenehmen Flug landen wir um 06:20 in Bangkok. Der Flughafen wirkt sehr westlich und noch stellt sich kein Gefühl der Fremde ein, doch das sollte schnell anders werden. Am Ausgang erwarten uns Massen von Taxis, welche uns ihre Dienste anbieten. Da wir natürlich vorher im Lonely Planet nachgelesen haben, wie viel man für ein Taxi ausgeben darf, sind wir von den verlangten 500 Baht negativ überrascht. Wir hatten mit 50 Baht gerechnet. Im Endeffekt nehmen wir dann ein Taxi vom Limousine Service für 600 Baht, da wir nicht mehr weiter wissen und einfach nur noch ankommen wollen (außerdem wollte uns auf einmal niemand mehr für 500 Baht in die Stadt fahren).
Bei der Fahrt zum Hotel wird uns schnell klar, dass hier in Bangkok einiges anders ist. Es gibt zwar Fahrbahnmarkierungen, doch scheinen diese eher zur Zierde vorhanden zu sein. Jeder fährt wie und wo er will, die Hupe wird mehrmals pro Minute benutzt. Polizisten tragen Atemmasken, damit sie nicht im Smog ersticken, genau wie Motorradfahrer.
Trotz der rasanten Fahrweise kommen wir sicher im Manora Hotel an, welches wir bereits von Deutschland aus gebucht hatten (12 Euro inkl. Frühstück pro Nacht, wir waren damals noch sicher, dass das günstig sei). Der Raum ist klein, aber sauber. Dafür liegt er direkt neben dem Expressway, der Autobahn, welche direkt durch Bangkok führt. Gott sei Dank wird der Expressway nachts nicht wirklich stark genutzt, daher hält sich die Lärmbelästigung in Grenzen.
Nachdem wir kurz ausgeruht haben, gehen wir auf unsere erste Erkundungstour in dieser neuen, fremden Welt. Als erstes werden wir vom Smog förmlich erschlagen. Ich habe nach 5 Minuten das Gefühl, dass sich der Smog in meiner Luftröhre absetzt und kann nun verstehen, wieso viele Einheimische mit Atemmasken herumlaufen. Wir schlendern über die Silom Road und fühlen uns wunderbar. Fahrbare Küchen verströmen würzige Gerüche, die Straßen sind überfüllt und jede Überquerung einer Straße wird zum Abenteuer, da auch Zebrastreifen nur der Zierde wegen auf die Straßen gemalt sind. Nach einer Weile entschließen wir uns dazu ein erstes Essen einzunehmen. Bei Marias in der Silom Road lassen wir uns unser erstes Thai Food schmecken, für ganze €1,50 genieße ich Chicken Curry mit Reis! Neu gestärkt nehmen wir die Skytrain, eine 20m hoch liegende Eisenbahn, welche durch Bangkok führt, Richtung Sukhumvit Road, von welcher wir etwas enttäuscht sind, da sie genau wie die Silom Road aussieht (später werden wir wissen, dass fast alle Straßen in Bangkok so aussehen ? ). In einem Einkaufscenter probiere ich ein Getränk namens White Gourd, eines der schlimmsten Dinge, die ich je getrunken habe, aber man muss ja alles mal versuchen.
Chris hat von jemandem gehört, dass das Atlanta Hotel toll sein soll, also suchen wir es.
Ständig bieten seriös wirkende Einheimische ihre Hilfe an, reden ein paar Minuten mit uns, nach eigener Aussage nur aus Spaß, um uns wieder eine Minute später eine Fahrt im TukTuk, einer Art Rikscha mit Motorrad, anzubieten. Wir als unerfahrene Urlauber erklären jedes Mal lange, wieso wir kein TukTuk benötigen, jedoch scheint dies die Thais nicht wirklich zu interessieren Sie bieten an, uns für 20 Cent (10 Baht) 2 Stunden lang alles in Bangkok zu zeigen. Wie wir später erfahren, zeigen sie einem hauptsächlich Juwelierläden und Schneidereien, da sie dort eine Provision erhalten.
Chris und ich haben aber andere Pläne, wir müssen unseren Trip in den Norden planen. Also nehmen wir die Skytrain und U-Bahn Richtung Hauptbahnhof und werden dort prompt von 2 netten Thai Mädels angesprochen. Da sie so nett sind, gehen wir mit ihnen und sie führen uns zu einem TAT Office (Tourist Authority of Thailand). Eigentlich ist es nur eine Travel Agency (Reisebüro), welche sich einfach TAT auf die Scheibe geschrieben hat, wir jedoch wissen dies nicht. Später werden wir erfahren, dass das echte TAT nur Informationen geben kann, jedoch keine Buchungen veranlassen. Ken, der nette Travel Agent, versucht uns zu überreden unseren ganzen Urlaub taggenau mit ihm zu planen und natürlich auch zu bezahlen, wir jedoch wollen nur unseren Trip nach Chiang Mai planen. Nachdem er dies akzeptiert hat, buchen wir bei ihm Zugfahrt, Hotel für 3 Nächte, Trekking und Whitewater Rafting. Quasi als Belohnung erhalten wir, zusätzlich zum bereits erhaltenen Wasser auch noch Donuts und verlassen das „TAT Office“ voller Freude, alles gut geplant zu haben.
Jetzt sind wir müde und fahren ins Hotel, erstmal ein Stündchen schlafen. Dieses Stündchen wird dann zu 4 Stunden…
Um ca. 22:00 erwachen wir und machen uns bereit, dass Nachtleben in Bangkok zu erkunden. Der Bezirk Patpong, geliebt wegen seines Nachtmarkts und verrufen wegen seiner GoGo Bars, bietet sich an, da er sehr nah an unserem Hotel liegt. Nah in Bangkok bedeutet natürlich trotzdem nicht nah, also nehmen wir ein Taxi und lassen uns zum Markt fahren. Dort angekommen erfahren wir endlich selbst, was es mit den gefälschten Waren aus Thailand auf sich hat. Hier gibt es alles! Shirts, Hosen, DVDs, Waffen, CDs, Ausweise, Zertifikate, einfach alles. Überall sind Menschen, der Markt blitzt vor Farben, er herrscht Chaos, aber es ist einfach toll. Wir fühlen uns direkt wohl. Andauernd laden uns Einheimische zu den verschiedensten Pussy Shows ein. Von Ping Pong über Banana bis Baloon Show ist alles vorhanden, schon toll, was die Frauen hier alles können ? Trotzdem nehmen wir kein Angebot an, sondern besuchen eine Gogo Bar, da wir das Gefühl haben, dass das einfach zur Erfahrung Bangkok dazugehört. In der Bar tanzen ca. 5 Thaigirls leicht bekleidet auf einem Podest, jede mit einer Nummer an der Brust, damit wir sie schnell mieten können, wenn wir wollen. Alle paar Minuten wechseln die Girls, damit auch andere eine Chance bekommen. Wir jedoch wollen nur ein Bier. Der Barkeeper versucht meine Aufmerksamkeit auf etwas unter ihm zu lenken und ich denke, dass dort sicher eine weitere Frau sitzt, welche er mir andrehen will. Tatsächlich zeigt er mir aber seine Sammlung alter Geldscheine aus Afghanistan und Irak, welche er mir verkaufen will. Obwohl ich Interesse an einem Saddam Hussein Geldschein habe, können wir uns nicht auf einen Preis einigen und das Geschäft platzt. Chris hat in der Zeit anscheinend Kontakt zu einem Thaigirl geknüpft, denn dieses steht nun (extrem nah) neben ihm und versucht ihn zu überreden, ihr eine Cola zu kaufen. Chris jedoch will nichts mit „Pam“ (alle Thais haben anscheinend 2 Namen, einen „echten“ und einen für die Menschen aus dem Westen) zu tun haben, jedenfalls nicht das, was sie will. Daher reden wir eine Weile mit ihr und verlassen dann die Bar. Beim Verlassen der Bar haben wir irgendwie den traurigen Eindruck, dass hier sicher alle Frauen käuflich sind.
Erschöpft trinken wir noch ein Bier in einer normalen Bar und machen uns dann per Taxi auf ins Hotel. Als wir im Bett liegen sind wir erschlagen von den ganzen Eindrücken des Tages. Es kommt uns vor, als seien wir bereits mehrere Tage in Bangkok, da wir so unendlich viele neue Eindrücke erhalten haben. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen wir ein…
Ausblick aus unserem Hotelfenster


Gegensätze prallen aufeinander


Patpong Nightmarket
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