10-09-04 - Grand Palace, Handies und der Zug
Tag: 
Gegen 09:00 erwachen wir und machen uns auf zum Frühstück ins Hotel. Dieses ist zwar lecker und auch reichhaltig, jedoch haben wir nur noch 20 Minuten Zeit, da das Frühstück dann schließt. Noch sehr müde ruhen wir danach eine Weile im Zimmer aus.
Eine Stunde später starten wir unseren Kulturtrip. Wir wollen per Boot zum Grand Palace fahren, jedoch fällt es uns nicht leicht, das Pier zu finden. Auf einmal stehen wir auf einem kleinen Markt, wo man thailändische Köstlichkeiten wie Schweinenasen oder geröstete Frösche kaufen kann.
Nach einer Weile gelingt es uns doch das Pier zu finden und wir nehmen das Boot zum Chao Phraya Pier für 8 Baht (ganze 16 Cent). Auf dem Boot gibt es einen eigenen Bereich, wo sich nur Mönche hinsetzen und -stellen dürfen. Dies scheint jedoch die meisten Touristen nicht zu interessieren und sie belegen alle Plätze, so dass der komplett in Orange gekleidete Mönch hinter ihnen herumstehen muss.
Am Grand Palace angekommen suchen wir den Eingang. Ein freundlicher Thai kommt auf uns zu und teilt uns mit, dass der Palast leider noch eine Stunde geschlossen ist, da heute Buddha Tag ist. Nett wie er ist zeigt er uns jedoch einige andere Tempel auf unserer Karte, welche wir besuchen können. Er zeichnet sogar die Buslinien ein und wir fragen uns, was er nur davon hat uns zu helfen. Als wir gerade gehen wollen, kommt zufällig ein TukTuk um die Ecke, welches er uns empfiehlt. Nicht sicher, ob wir ihm glauben sollen, gehen wir über die Straße, wo uns eine weitere Person bestätigt, dass Buddha Day sei. Nun bin ich verwirrt. Haben wir tatsächlich Pech oder versuchen sie uns nur wieder über den Tisch zu ziehen. Wir entschließen uns, erst einmal den Eingang zu suchen und uns da nochmals alles bestätigen zu lassen. Wie sich herausstellt, war das eine gute Idee. Den so genannten Buddha Day gibt es nicht! Der Palast ist 365 Tage im Jahr geöffnet, von morgens bis spät nachmittags. Froh, nicht auf den Trick hereingefallen zu sein, kaufen wir Eintrittskarten für 200 Baht und besuchen den Palast. Im inneren des Komplexes erwarten uns goldene Häuser, Tempel, Statuen und eine Unmenge thailändischer Schulkinder. Als erstes schauen wir uns den Tempel mit dem Smaragdbuddha an, allerdings ist der Smaragdbuddha aus Jade. Der Tempel wird nicht nur als Touristenattraktion genutzt, sondern auch als tatsächliche Gebetshalle, welche von vielen Thais genutzt wird. Auch der Mönch vom Boot ist wieder da und kniet in einer extra für ihn abgesperrten Zone mit Teppich. Die Pracht der Buddhastatuen und anderer Reliquien ist erschlagend. Alles blitzt golden und silbern, überall sind Edelsteine.
Auf dem Weg zum Ausgang werden wir von einer Gruppe Schüler angehalten, welche ein Interview mit mir führen wollen. Ich stimme zu und stelle mich bereitwillig ihren, teilweise unverständlichen, Fragen. Nach dem Interview schießen wir noch das obligatorische Foto und machen uns auf den Weg zum Wat Pho, dem liegenden Buddha. Da wir nicht genau wissen, wo es ist, folgen wir einfach einer großen Gruppe Schüler, welche uns interessiert beäugen. Nach einer Weile traut sich ein Schüler, mich nach einem Foto zu fragen. Es sollte nicht das einzige bleiben. Erst schießt jemand ein Foto und alle Schüler rennen lachend davon. Dann nähern sie sich wieder und das Ganze beginnt von neuem. Zehnfach werden wir nach unseren Namen und unserem Alter gefragt, jedoch können sie anscheinend nur fragen, denn unsere Fragen verstehen sie nur selten.
Am Wat Pho angelangt betreten wir das Gebäude mit dem beeindruckenden liegenden Buddha. Er ist viel größer als ich vermutet hatte, bestimmt 20m lang und zudem in einem Tempelhaus. Im Tempel kaufen wir noch 2 Dachzinnen für die Renovierung des Daches, auf welchen wir unsere Namen und die unserer Freundinnen hinterlassen, damit uns Buddha ewig Glück bringt.
Vom Wat Pho aus nehmen wir ein Taxi Richtung MBK Center, einem riesigen Einkaufscenter in der Innenstadt von Bangkok. Diese Taxifahrt wird zum Höllenritt. Ständig bange ich um mein Leben, da der Taxifahrer von allen noch der verrückteste zu sein scheint. Trotzdem erreichen wir das MBK Center ohne Schaden zu nehmen. Hier zu fahren ist eine wahre Kunst!
Überrascht stellen wir fest, dass es im MBK Center, genau wie auf den Märkten, alle Art gefälschte Waren gibt. Nur werden sie hier in Läden angeboten, sauber aufgebaut und in viel größerer Auswahl. Sogar die Preise entsprechen denen auf dem Markt oder sind sogar billiger. Eine Etage ist voll mit Handies, Kameras und anderen High Tech Spielzeugen, ebenfalls zu wesentlich günstigeren Preisen als in Deutschland.
Nach einer Pizza bei Pizza Company nehmen wir ein Taxi nach Hause. Der Taxifahrer erscheint uns sehr jung und wir fragen ihn, ob er Student ist. Er jedoch verneint und teilt uns mit, dass er schon 32 ist. Wir merken, dass man den Thais ihr Alter nicht wirklich ansehen kann, da alle viel jünger aussehen, als sie es wirklich sind.
Nach einem erfrischenden Schläfchen checken wir aus dem Hotel aus und fahren Richtung Bahnhof. Dort angekommen treffen wir auf ein holländisches Pärchen, welche ebenfalls per Nachtzug nach Chiang Mai fahren wollen. Zufällig schlafen sie sogar in der Kabine neben uns. Nach Betreten unserer erste Klasse Schlafkabine, versucht Chris erst einmal, die Tür zu unserem abteileigenen Badezimmer zu öffnen, merkt jedoch nach einer Weile, dass es die Tür zum Nebenabteil ist, da wir kein Badezimmer haben ? Freundlicherweise erhalten wir als "Begrüßungsgeschenk" einen frisch gepressten Orangensaft (welchen wir am nächsten Morgen bezahlen müssen). Die Fahrt beginnt und gegen 10 kommt jemand, um unsere Betten aufzubauen. Innerhalb vom Minuten wird aus unserem Abteil mit Sitzbank ein mehr oder weniger gemütliches Abteil mit 2 Betten. Meine Leselampe ist leider kaputt und ich baue mir eine Konstruktion aus Nadel, Faden und Taschenlampe, im überhaupt Licht zu haben. Der Zug springt auf den Gleisen hin und her, rattert über schroffe Stellen und droht manchmal völlig aus den Gleisen zu springen. Nachdem ich ca. 10 Mal dachte, dass ein Crash bevorsteht, merke ich, dass es einfach nur extrem laut ist und finde mit Hilfe von selbst gebauten Ohrstöpseln ein wenig Ruhe.
Schweinenasen - lecker :)


Grand Palace


Wat Pho


MBK Center


Bangkok Trainstation
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